Red Rocket - Filmforum Höchst

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Red Rocket

Mickey kehrt mit Anfang 40 in seine texanische Heimatstadt zurück. Nachdem er fast zwei Jahrzehnte als Pornodarsteller in L.A. gearbeitet hat, ist er nun pleite und arbeitslos. Durch seinen Charme und seine wortgewandte Art gelingt es ihm, sich bei seiner Noch-Ehefrau Lexi einzunisten, die sich nicht gerade über sein Auftauchen freut. Was ihm aber nicht gelingt, ist einen neuen Job zu finden. Also beginnt er notgedrungen wieder sein Geld mit dem Dealen von Gras zu verdienen. Doch als er die 17-Jährige Strawberry kennenlernt, eröffnet sich ihm eine neue Chance: Er will die zunächst naiv wirkende Strawberry in L.A. zum Pornostar machen.
Mit seiner neuen Tragikomödie führt Sean Baker seine Milieustudie über die weiße Unterschicht in den USA fort. Schon in The Florida Project und Tangerine L.A. erzählte er die Geschichten von Menschen in prekären Verhältnissen, die am Rande der Gesellschaft leben. Auf dokumentarisch-angehauchte Weise begleitet der Film seine Protagonist*innen ohne sie zu bewerten. Die Hauptfigur ist ein Charmeur, ein Schlitzohr, ein purer Egoist und doch nimmt er immer wieder die Menschen um sich herum für sich ein. Und obwohl man Mickey beim Schauen dieses Filmes vielleicht nicht wirklich mag, schaut man ihm doch gerne zu. Man kann, ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, durchaus wagen, einen Vergleich zwischen Mickey und Donald Trump zu ziehen, der während der 2016 stattfindenden Handlung seinen Wahlkampf gegen Hilary Clinton führte. Ein sowohl düsterer, als auch witziger, aber vor allem ein ehrlicher Film. Simon Rex erhielt für seine Rolle des Mickey den Independent Spirit Award.
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