FABIAN ODER DER GANG VOR DIE HUNDE - Filmforum Höchst

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FABIAN ODER DER GANG VOR DIE HUNDE

Berlin, 1931. Jakob Fabian (Tom Schilling) arbeitet tagsüber in der Werbeabteilung einer Zigarettenfabrik und driftet nachts mit seinem wohlhabenden Freund Labude (Albrecht Schuch) durch Kneipen, Bordelle und Künstlerateliers. Als Fabian die selbstbewusste Cornelia (Saskia Rosendahl) kennenlernt, gelingt es ihm für einen kurzen Moment, seine pessimistische Grundhaltung abzulegen. Er verliebt sich. Doch dann fällt er einer großen Entlassungswelle zum Opfer, während Cornelia dank ihres Chefs und Verehrers Karriere als Schauspielerin macht. Ein Arrangement, mit dem sich Fabian schwer abfinden kann. Aber nicht nur seine Welt gerät aus den Fugen.
Erich Kästners Roman wurde 1931 erstmals veröffentlicht, unterlag damals der Zensur und wurde 2013 als Rekonstruktion der Urfassung, damals noch mit dem Titel „Der Gang vor die Hunde“, neu herausgegeben. Ein Anlass für den Regisseur Dominik Graf dieses Werk neu zu verfilmen. Inzwischen zählt „Fabian“ zu den bedeutendsten Romanen des 1974 verstorbenen Autors, der literarisch den seelischen Untergang Deutschlands, anhand der Skizzierung der deutschen Hauptstädter kurz vor Hitlers Machtergreifung, porträtiert. Der Roman war bereits bei seiner Erscheinung ein Publikumserfolg und verkaufte sich wenige Monate nach seiner Veröffentlichung mehr als dreißigtausendmal.
Grafs Film kann man durchaus als Hommage an das Filmeschaffen selbst sehen: Schwarz-Weiß, Stummfilm, Tonfilm, körniges Super 8 und hyperrealistische HD-Optiken wechseln sich fast unmerklich ab. Ab und an (und vor allem: nie zu oft) streut Graf ein paar historische Aufnahmen aus den Dreißigern ein, und einmal laufen seine Protagonisten vor ihrer Haustüre über Stolpersteine. Dann wieder gönnt er den Augen seiner Betrachter Pausen, zeigt viele Totalen der großbürgerlichen teppichsanften Altbauzimmer, überhaupt spielt sich viel in Räumen ab, eine Enge ist permanent zu spüren in diesem Berlin, dessen Bewohner ja eigentlich die Freiheit suchen.
Allen unterschwellig drohenden Gefahren zum Trotz ist FABIAN auch eine Liebeserklärung an die Liebe und das Leben, während es zugleich um große moralischen Fragen geht.
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