De son vivant / In Liebe lassen - Filmforum Höchst

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De son vivant / In Liebe lassen

        
Abschied zu nehmen lässt sich nicht lernen. In ihrer nunmehr zweiten Zusammenarbeit nach STANDING TALL (2015) arbeitet die Drehbuchautorin und Regisseurin Emmanuelle Bercot gemeinsam mit ihren Hauptdarstellern der Grande Dame des französischen Films Catheine Deneuve als über-vorsorgliche Mutter Crystal und Benoît Magimel als gescheiterter Schauspieler und emotional distanzierter Sohn Benjamin, einen äußerst intensiven, einfühlsamen Blick auf den – im Angesicht einer fundierten Krebsdiagnose – absehbaren schmerzlichen Verlust eines geliebten Menschen auf. Den Figuren bleibt mithin ein Jahr, um zueinander und zu sich zu finden, um letztlich zu verstehen, was es bedeutet, mit dem Wissen um den unabdingbaren Tod zu leben.
Als bewunderter Schauspiellehrer gelingt es Benjamin anderseits umso mehr seine engagierten Schüler*innen dazu anzuleiten, ihre Ängste vollumfänglich in den kreativen Prozess zu integrieren und dadurch Distanzierungen zu durchbrechen.
Eine Besonderheit im Film stellt die Figur des Arztes Dr. Eddé dar. Auch im wahren Leben gehört der Onkologe Dr. Gabriel A. Sara vom Mount Sinai West Hospital zu den international führenden Kräften seines Faches. Seine humanistische Zielsetzung, die Patienten anzuleiten ihren „Schreibtisch des Lebens“ aufzuarbeiten, um sich befreit vorbereiten zu können, findet folgerichtig Eingang in die Handlung. Dr. Gabriel A. Sara gab sicherlich bei der Erarbeitung des Drehbuches und der praktischen Arbeit am Film grundlegende Impulse, die augenfällig in die Momentaufnahmen aus den Gruppengesprächen des Krankenhauspersonals Eingang gefunden haben. Einen ebenso bedeutsamen Beitrag zur austarierten Balance des Filmes stellt die routinierte Beteiligung von Laiendarstellern durch die Regisseurin dar. Ein behutsam gespieltes Drama.
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