AFRICA ALIVE FESTIVAL - Filmforum Höchst

Filmforum Höchst
Emmerich-Josef-Straße 46a
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AFRICA ALIVE FESTIVAL

 
22. - 28.9. AFRICA ALIVE - Filmfestival
Detaillierte Filminfos im separaten Programmheft oder unter
https://www.africa-alive-festival.de/

Lingui | Mahamat-Saleh Haroun | Tschad 2021 | 87 Min. | OmU | Do 22. 18.30 * So 25. + Mo 26. 20.30
Amina hat ihre Tochter Maria allein großgezogen, nachdem sie von ihrer Familie und der Gesellschaft verstoßen wurde. Durch eine Vergewaltigung ist die mittlerweile 15-jährige Maria ungewollt schwanger geworden und ihre Mutter, selbst praktizierende Muslima, steht vor einem Dilemma: Im Tschad werden Abtreibungen staatlich und religiös geächtet und mit schweren Strafen geahndet. Dem tschadischen Regisseur Mahamat-Saleh Haroun, bekannt für seine Filme ABOUNA (2002) und DARATT (2006), gelingt es mit seinem Film LINGUI, verschiedene Stereotypen, die mit muslimischen Frauen assoziiert werden, gekonnt zu unterlaufen. Harouns Film lief 2021 auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes im Wettbewerb um die Goldene Palme.

Une histoire d’amour et de désir | Leyla Bouzid | FR 2021 | 103 Min. | OmeU | Fr 23. 20.30
Ahmed, der in einem Pariser Banlieue aufgewachsen ist, hat in den ersten Tagen seines Studiums an der Sorbonne Probleme, sich in einer ungewohnten Umgebung zurechtzufinden. Er lernt dort aber bald schon Farah kenne, die für das Studium aus Tunesien nach Paris gekommen ist. Im Zuge eines Literaturkurses über erotische arabische Poesie kommen sich die beiden näher, doch Ahmed sieht sich zunehmend in einem Konflikt zwischen den eigenen Moralvorstellungen und Gefühlen. Nach À PEINE J’OUVRE LES YEUX (2015) ist UNE HISTOIRE D’AMOUR ET DE DÉSIR der zweite Langfilm der tunesischen Regisseurin Leyla Bouzid, die 2011 ihr Regiestudium an der Fémis in Paris absolviert hat.

La Femme du fossoyeur / The Gravedigger's Wife | Khadar Ahmed | FIN,FR,DE 2021 | 82 Min. | OmeU | Mi 28. 20.30 | Gast angefragt
Guled und Nasra verbindet eine starke Liebe. Mit ihrem Sohn leben sie am Rande der Hauptstadt von Dschibuti. Guled arbeitet hart als Totengräber, damit die Familie über die Runden kommt. Doch noch schwierigere Zeiten erwarten sie: Nasra hat eine chronische Nierenerkrankung und benötigt dringend eine teure Operation.

Leur Algérie / /Their Algeria | Lina Soualem | FR,DZ,CH,QA 2020 | 72 Min. | OmU | Sa 24. 18.30
Das Ehepaar Aïcha Aidaoui Soualem und Mabrouk Soualem emigrieren vor 60 Jahren von Algerien nach Thiers, Frankreich. Nach 62 Jahren Ehe trennen sich die beiden. Doch ihre Leben bleiben verbunden, auch wenn sie nun in getrennten Wohnungen leben. Ihre Enkelin Lina Soualem ergündet in LEUR ALGERIA die Familiengeschichte ihre Großeltern, die auch ihre eigene ist. Die Recherche bringt Lina Soualem bis nach Algerien, in den verlorenen Heimatort von Aïcha und Mabrouk. Sie stößt auf Schweigen und auf Schmerz, welche die Erinnerungen an die gemeinsame Migrationserfahrung in Frankreich hervorrufen. Geprägt von Kolonialismus und Ausgrenzung, von Gemeinschaft und Einsamkeit im Exil entfaltet sich ein komplexes und sensibles Porträt der beiden Großeltern.

Nous, étudiants | Rafiki Fariala | CF,FR,COG,SA 2022 | 83 Min. | OmeU | Fr 23. 20.30
Mit NOUS, ÉTUDIANTS rückt Rafiki Fariala sich selbst und einige seiner Freund:innen, die an der Universität von Bangui Wirtschaft studieren, ins Zentrum seines Dokumentarfilms, um ein Porträt verschiedener Lebensrealitäten von jungen Menschen in der Zentralfrikanischen Republik zu geben. Der Dokumentarfilm kreist dabei um Gespräche, die Persönliches offenbaren und um Themen wie Liebe und Arbeit kreisen, schließlich aber auch größere Fragen wie die nach der Zukunft und Problemen des gesellschaftlichen Zusammenlebens in ihrem Land verhandeln. “Häufig wird uns gesagt, dass die Jugend von heute unsere Zukunft von morgen ist. Diese Menschen haben uns jedoch angelogen, denn alles ist blockiert.” (Rafiki Fariala)

Chronique des années de braise | Mohammed Lakhdar-Hamina | Algerien 1975 | 140 Min. | OmU | Sa 24. 20.30 mit Einführung von K.P. Roth
Mohamed Lakhdar-Haminas epischer Film erzählt in sechs Kapitel die Geschichte der algerischen Revolution. Dabei konzentriert er sich auf die Figur eines verarmten Bauerns, der zunächst als Teil der französischen Armee im Zweiten Weltkrieg kämpft und Jahre später Teil des antikolonialistischen Unabhängigkeitskampfes wird. „Ich habe versucht, diesen Aufstand, der später zur algerischen Revolution wurde, mit Würde und Noblesse zu schildern, als Aufstand nicht nur gegen den Kolonisator, sondern gegen eine bestimmte menschliche Geisteshaltung. Ich wollte jede Art von manichäischem, karikaturistischem und demagogischem Ansatz vermeiden, der Gefahr liefe, AHDAT SANAWOVACH EL-DJAMR in eine Art Western zu verwandeln: Gut gegen Böse, Algerier gegen Franzosen. Was mich leitete, war die Suche nach Aufrichtigkeit (…).“ (M. Lakhdar-Hamina)

Im Dschungel der Informationen | Malte Rauch, Christiane Gerhards, Paul Staal | BRD, NL 1978 | 60 Min. | 16mm | So 18.30 | Gespräch mit Malte Rauch
Als der WDR in den Siebzigern eine Reihe über die Medien konzipierte, schlug Malte Rauch vor, Angola in den Blick zu nehmen. Dort hatte am 11. November 1975 Agostino Neto, Präsident der Befreiungsbewegung MPLA, die Unabhängigkeit des Landes ausgerufen, nach fast 500 Jahren brutaler Unterdrückung durch Europa, zuletzt angeleitet von den USA im Bündnis mit der NATO und ebenso „Undercover“ (CIA/BND/Franz Josef Strauß/CSU) mit der BRD und dem Apartheit-Regime Südafrikas. Während der Reise quer durchs Land konnte auch der Chef der CIA Angola Task Force befragt werden, zu dessen Aufgabe, den Krieg gegen die Unabhängigkeitsbewegung zu orchestrieren, vor allem auch die Desinformation mit Fake News gehörte. Er war danach aus dem blutigen Geschäft ausgestiegen und hat als Whistleblower (In Search Of Enemies) alles enthüllt. Das bedrückende Ergebnis: Die deutschen Medien haben seine oft abenteuerlichen Erfindungen begierig aufgenommen und dem deutschen Publikum als Wahrheit präsentiert. Ebenso bedrückend: Der Film ist hoch aktuell; seitdem hat sich wenig verändert.

Stories of our lives | Nest collective,Jim Chuchu | Kenia 2015 | 60 Min. | Mo 26. 18.30
Mit dem vielfach prämierten STORIES OF OUR LIVES erzählt The Nest Collective in fünf Geschichten vom Alltag der LGBTQIA+-Gemeinschaft in Kenia. Die einzelnen Episoden spannen dabei einen großen Bogen, blicken beispielsweise auf die Freundschaft zwischen zwei Farmarbeitern sowie die erste Liebe einer High-School-Schülerin und behandeln dabei immer wieder auch gesellschaftliche und politische Angriffe auf Gruppen und Personen der Community. The Nest Collective ist der Name für eine Gruppe von Künstler:innen, die in Nairobi leben und interdisziplinäre und kollektive Ansätze in der Arbeit mit Film, Literatur, Kunst, Fashion und Musik erproben.

Juju Stories | Surreal 16/ Abba Makama, C.J. Obasi & Michael Omonua | Nigeria,FR 2021 | 84 Min., OmeU | Di 27. 20.30
JUJU STORIES ist eine Anthologie, die sich aus drei Kurzgeschichten zusammensetzt. Gedreht wurden sie vom nigerianischen Filmkollektiv „Surreal16“. Alle werden durch Juju, also durch in Westafrika beheimatete Hexerei oder übernatürliche Kräfte, beeinflusst. In LOVE POTION von Michael Omonua mischt eine junge Frau einen Liebestrank zusammen, um ihren Angebeteten für sich zu gewinnen. YAM wurde von Abba T. Makama gedreht und erzählt von einem Straßenjungen, dessen Schicksal durch gefundenes Geld auf der Straße in neue Bahnen gelenkt wird. CJ ‘Fiery’ Obasi ist verantwortlich für SUFFER THE WITCH, in welchem sich ein junger Mann in die Studentin Joy verliebt; diese ist jedoch eine Hexe. Gewinner des Boccalino d’oro für den Besten Film beim Locarno Filmfestival 2021.

Air Conditioner | Fradique | Angola 2020 | 73 Min. | OmeU | Mi 28.18.30 | Gast angefragt
In AIR CONDITIONER, dem ersten Spielfilm Fradiques, fallen eines Tages alle Klimaanlagen in der angolanischen Hauptstadt Luanda auf mysteriöse Weise von den Wänden. Ein Wachmann erhält den Auftrag, seinem Vorgesetzten schnellstmöglich im Laufe eines Tages ein neues Klimagerät zu beschaffen. Fradique, Teil des angolanischen Kollektivs Geração 80, nutzt dies für eine Erkundung der Stadt und ihrer Bewohner:innen mit Auge und Ohr für die Musik, Kunst und den Sound der Stadt. Immer wieder präsent werden dabei auch Spuren der Geschichte des Landes und seiner Hauptstadt, die 2002 nach dem Ende des Bürgerkriegs umfassend wiederaufgebaut werden musste.
Zwei Kurzfilme: Di 27. 18.30 | Gast angefragt

Trouble Sleep | Alain Kassanda | FR, NIG 2020 | 45 Min. | OmeU
TROUBLE SLEEP ist ein filmisches Gedicht der nigerianischen Stadt Idaban, das seinen Blick auch auf gesellschaftliche Realitäten und Probleme legt. “Während bei Jazzklängen die Verkehrssteuereintreiber zu tänzeln scheinen, bringt eine pointiert in Szene gesetzte Textpassage von Patrick Chamoiseau neben visuellen und auditiven auch olfaktorische Sinne zur Entfaltung: Die drittgrößte nigerianische Stadt lässt sich erriechen.” (DOK Leipzig, Borjana Gakovic)
Will my parents come to see me | Mo Harawe | DE,AUS,SOM 2022| 28 Min. | OmeU

In dem mittellangen Spielfilm WILL MY PARENTS COME TO SEE ME begleitet eine Polizistin einen jungen Insassen, der mit der Todesstrafe belegt wurde, bei seinen letzten Stunden in einer somalischen Strafvollzugsanstalt.
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