Aşk, Mark ve Ölüm - Liebe, D Mark und Tod - Filmforum Höchst

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Aşk, Mark ve Ölüm - Liebe, D Mark und Tod

Bad und Toilette sind in der Fabrik“ singt Metin Türköz in seinem Lied „Alamanya Destanı“ über seine ersten Erfahrungen in Deutschland. Türköz, mittlerweile Mitte 80, gehört zu den Gastarbeiter*innen der ersten Generation. 1962 kam er mit dem Zug von Istanbul nach Köln und wurde zu einem von zahlreichen türkischen Musiker*innen, die ihre Erfahrungen künstlerisch verarbeiteten und in Köln, aber etwa auch in Frankfurt (Uzelli Kaset) oder Berlin eigene (Kassetten-)Labels gründeten.
Ihre Lieder entstanden dabei oft aus der Enttäuschung heraus und drückten aus, was die Arbeiter*innen selbst den deutschen Chefs gegenüber nicht aussprechen konnten. Sie trugen gleichzeitig aber zur Bildung einer eigenen Szene bei, in der eben nicht nur malocht, sondern auch gefeiert, gelacht und gelebt wurde. Die Musik, die dabei entstand, wurde nicht nur in Deutschland populär, sondern auch in der Türkei, weil die Kassetten beim Heimatbesuch immer mit im Gepäck waren.
Gastarbeiter*innen bleiben in Cem Kayas dokumentarischem Essay keine Fußnote in der vermeintlichen Erfolgsgeschichte des deutschen Wirtschaftswunders, auf die sie so oft reduziert werden. Stattdessen macht der Film ihr Erleben, ihre Sehnsüchte und ihre Wut auf die Umstände – niedrigere Löhne als deutsche Arbeiter*innen, unwürdige Arbeitsbedingungen, Rassismus – vor dem Hintergrund deutscher Zeitgeschichte auf eindringliche Weise hör- und sichtbar.
 
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