Filmforum Höchst

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Aufblende


Und so geht es am 24.August weiter.....

    
Zwei Filme, die bereits im Frühsommer gestartet sind, die wir unserem Publikum aber auf keinen Fall vorenthalten wollen, stehen am Anfang unserer neuen Spielzeit:
 
Beide Filme haben ihren Ausgangspunkt in einen festlichen Empfang mit politischem Hintergrund: Janet ist gerade zur Ministerin in einem englischen Schattenkabinett ernannt worden und möchte das mit ihrem Mann und ein paar Freunden gebührend feiern…. (THE PARTY, Sally Potter).
 
Wilhelm begeht seinen 90. Geburtstag in der Endphase der DDR und soll als „verdienter Kommunist“ gefeiert werden, von Freunden, Verwandten, Genossen und Parteidelegationen… (IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS, Matti Gechonneck nach dem Roman von Eugen Ruge).
 
Beide Partys gehen gründlich schief, alte Gräben, politische und familiäre, brechen auf und lassen die Feier zum Desaster werden.
 
Und noch etwas Verbindendes:  In beiden Filmen spielt Bruno Ganz eine tragende Rolle.
 
 
Fast bilden sie schon ein neues Genre, die „Weinfilme“. Geschichten, die vor dem Hintergrund der Weinkultur, sei es Weinbau oder Weinkonsum,spielen finden sich immer öfter auf den Leinwänden der  Kinos oder in Form von mehr oder weniger mediokren Serien auf den Bildschirmen.
 
Und es gibt auch immer wieder sehenswerte Werke in diesem Sub - Genre, so Cédric Klapischs (AUBERGE ESPANGNOL) neuer Film DER WEIN UND DER WIND. Im Original heißt er CE QUE NOUS LIE und das trifft die Weinkultur genau: Was uns verbindet. In Klapischs Film sehen wir drei Geschwister, die sich nach der Erbschaft eines Weinguts in der Bourgogne zusammenfinden müssen, um das Gut und die Tradition und nebenbei auch ihre Familienbande neu zu gestalten.
 
Was uns verbindet, darum geht es auch in dem französisch–belgischen Film SAINT AMOUR - DREI GUTE JAHRGÄNGE von Benoît Delépine und Gustave Kervern, in dem Vater (Gerard Depardieu) und Sohn (Benoît Poelvoorde) nach langer Zeit wieder zusammenfinden, in dem Weinort Saint Amour im Beaujolais.
 
Das Leben von Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, die sich jedes Jahr zur Weinlese verdingen steht im Mittelpunkt des überaus sehenswerten Dokumentarfilms VENDANGE – VON MENSCHEN UND TRAUBEN von Paul Lacoste, der uns in das Weinanbaugebiet des Gaillac im Südwesten Frankreichs führt. Behutsam tastet sich der Film an seine Protagonisten heran und vermittelt etwas aus dem Leben jeden einzelnen Erntehelfers.
 
Schließlich erzählt der Kurzfilm BETWEEN BAR von Pauline Flory, der passend zu den „Weinfilmen“ läuft, vom Konsum des Weines, von Geselligkeit und Einsamkeit.
 
 
Kurz vor den französischen Präsidentschaftswahlen im Mai dieses Jahres startete in Frankreich Lucas Belvaux´ neuer Film CHEZ NOUS – DAS IST UNSER LAND, der die Kandidatur einer jungen ambulanten Krankenschwester für eine rechtsextreme Partei zum Inhalt hatte.
 
Über den wahren Charakter der rechtradikalen Ausrichtung der Partei wurde die Protagonistin getäuscht. Es zeigt sich aber bald, dass die bürgerliche Verkleidung täuscht, dass immer noch Kontakte zu Identitären und Faschisten bestehen, die die „entdämonisierte“ Partei nach außen leugnete.
 
Eine Ähnlichkeit zum Front National war nicht von der Hand zu weisen und so wehrte sich dieser gegen den Film. Es gelang aber nicht, den Film wegen Einflussnahme während des Wahlkampfs abzusetzen.
 
Belvaux hatte sehr genau die Mechanismen des Rechtsextremismus, der so gerne hinter dem Euphemismus Rechtspopulismus versteckt wird, studiert und mit überzeugenden Protagonist* innen (Emilie Dequenne, André Dussollier) authentisch dargestellt.
 
Dass die extreme offen faschistische Rechte in Europa immer noch sehr aktiv ist und war, zeigte gerade in Deutschland die Mordserie des NSU, der über Jahre hinweg praktisch ungestört rassistische Morde begehen konnte. Die vielen Pannen bei den Ermittlungen, die falschen Fährten denen nachgegangen wurde, das Schreddern von Beweismaterialien, die Verstrickungen von V – Männern, die Verdächtigungen gegen die Opfer sind der eigentliche Skandal, der es geboten erscheinen lässt,  dieser Ideologie den Boden zu entziehen und dem Rassismus auch in der Mitte der Gesellschaft entgegen zu treten.
 
Der Film 6 JAHRE, 7 MONATE UND 16 TAGE: DIE MORDE DES NSU von Sobo Swobodnik nähert sich dieser Mordserie mit Bildern, die durch Textcollagen, die von Schauspieler*innen des Berliner Ensembles gelesen werden.
 
 
Gerade die Präsentation anderer Kulturen befördert das Verständnis und das Zusammenleben mit den „Anderen“, die doch gar nicht so anders sind.
 
Der Film und das Kino sind hier die idealen Botschafter der Weltkultur, was sich neben dem „normalen“ Programm mit Filmen aus „aller Welt“, vor allem auch in Festivals mit Filmen bestimmter Regionen realisieren lässt.
 
So freuen wir uns, auch in diesem Jahr wieder der kurdischen Filmkultur einen
 
(Kino-) Raum zu bieten.
 
In Zusammenarbeit mit „Amara – Kurdischer Frauenrat Frankfurt“ präsentieren wir Filme und Filmemacher*innen aus den vier kurdischen Regionen in der Türkei, dem Nordirak, aus dem kurdischen Teil des Iran und aus Rojava, dem kurdischen Teil Syriens.
 
Trotz der großen Schwierigkeiten durch Krieg und Repression gelingt es den kurdischen Filmschaffenden immer wieder Filme zu produzieren und so ihre Situation und ihre Kultur sichtbar zu machen. Bemerkenswert ist hier die sich immer weiter entwickelte Emanzipation und gesellschaftlich Teilhabe der kurdischen Frauen.Als Gast werden wir zur Eröffnung am 14. September die Regisseurin des Films DIL LEYLA Asli Özarslan begrüßen können
 
Ganz besonders freuen wir uns, in diesem Jahr Kurzfilme von Filmstudent*innen aus Rojava (Nordsyrien) präsentieren zu können.
 
Trotz des Krieges und der permanenten Bedrohung gelingt es, hier eine Filmkultur aufzubauen und die gesellschaftliche Situation zu reflektieren.
 
In diesem Zusammenhang steht auch das Bemühen in Amudé ein 1960 durch einen Brand zerstörtes Kino wieder aufzubauen und zu einem kulturellen Zentrum zu machen.
 
 
Der Sommer der Bildhauer: Alberto Giacometti im Modern Tate in London und Auguste Rodin – zu seinem 100. Todestag - im Pariser Grand Palais und beide als Spielfilmprotagonisten im September im Filmforum Höchst.
 
Natürlich musste es zum 100. Todestag Rodins einen Film geben, aber glücklicher Weise hat ihn Jacques Doillon gedreht und mit AUGUSTE RODIN den Künstler und „Handwerker“ Rodin sowie seine Arbeit in den Mittelpunkt gestellt.
 
Der britische Regisseur Stanley Tucci nähert sich Alberto Giacometti in seiner späten Phase, als er „das letzte Portrait“ anfertigt: FINAL PORTRAIT.
 
In der Pariser Rodin Ausstellung werden am Ende in der Abteilung „Dialog der Skulpturen“ unter anderen auch die filigranen spindeldürren Figuren Giacomettis den sinnlich – sensuellen Skulpturen Rodins gegenübergestellt (z. B. „L´homme qui marche“, Rodin 1889 – „L´homme qui marche III“, Giacometti. 1960), ein Hinweis auf den großen Einfluss Rodins auf die moderne Bildhauerei.
 
 
An der Veranstaltungsreihe zum dreißigjährigen Jubiläum der Kunsthalle „Portikus“ beteiligt sich das Filmforum gerne mit einer Lecture - Performance der Frankfurter Künstlerin Kerstin Cmelka, die zusammen mit Mario Mentrup am 21.9. im Filmforum ihren Kurzfilm DIE ANGREIFBAREN vorstellen wird. Ein Beispiel übrigens für die Nähe von Kunst und Kino, die ja zu Beginn der Film- und Kinogeschichte noch unmittelbarer war als heute.
 
Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. In den darauffolgenden Tagen wird DIE ANGREIFBAREN eine Woche lang als Vorfilm zu sehen sein.
 
 
Und schließlich präsentiert Isaac Ehizoya Golden Entertainment am 8. Und 9. September wieder Filme des Nollywood Kinos: DIPLOMATIC STRINGS von Paul Julius Obomokhai (Nigeria) und CANDLE IN THE WIND von Pascal Amanfo (Ghana).
 
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