Filmforum Höchst

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oder per E-Mail
Eintritt: 7 € (mit Frankfurt-Pass 3,50 €)
Kinderkino: 3 €

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Aufblende

  
Seit 23 Jahren findet mit „Verso Sud“ eines der größten italienischen Filmfestivals in hiesigen Landen im Deutschen Filmmuseum (www.deutsches-filmmuseum.de) statt. Wie schon einmal in früheren Jahren beteiligt sich das Filmforum Höchst wieder an „Verso Sud/Cinema Italia“ vom 7. – 13. Dezember.
Zu sehen sind die neuesten Werke von Altmeistern des italienischen Kinos wie Gianni Amelios LA TENEREZZA - DIE ZÄRTLICHKEIT über einen vergrämten Witwer, der neu zu leben lernt oder Marco Bellocchios FAI BEI SOGNI - TRÄUM WAS SCHÖNES, der letztes Jahr die Sektion La Quinzaine des Réalisateurs in Cannes eröffnete und thematisiert, wie ein Mann mittleren Alters das Trauma des frühen Todes seiner Mutter überwindet. Zwei der großen Komödienerfolge dieses Jahres in Italien haben Aufnahme ins Programm gefunden: LASCIATI ANDARE! - LASS DICH GEHEN!, in dem ein hervorragender Toni Servillo als alternder Psychoanalytiker im Fitnesstudio auf eine dem Körperkult verfallene Trainerin trifft. Und L‘ORA LEGALE - AB HEUTE SIND WIR EHRLICH, eine herrlich freche politische Satire über einen sizilianischen Bürgermeister, der Recht und Ordnung einführen möchte.
INDIVISIBILI – UNZERTRENNLICH über zwei sich trennen wollende siamesische Zwillinge wurde 17 mal für den italienischen Filmpreis Donatello nominiert (und erhielt sechs davon), UN BACIO – EIN KUSS zeigt drei befreundete junge Menschen, die für ein Leben außerhalb der Normen kämpfen. Außerdem im Programm der Preisträger Dokumentarfilm beim Lichter Filmfestival 2017 und nominiert für den Hessischen Filmpreis A GRAVAME - DAS STAHLWERK, DER TOD UND DIE MÜTTER VON TAMBURI von Peter Rippl. Ein Film über den paradiesischen Ort Taranto, der bedroht ist von einem gigantischen Umweltskandal. Der Regisseur wird den Film persönlich am Sa, 9.12. um 20:30 Uhr vorstellen.
„Verso Sud / Cinema Italia“ findet statt in Zusammenarbeit mit Made in Italy, Rom, dem Kairos-Filmverleih Göttingen und dem Deutschen Filmmuseum. Ausführliche Texte mit Statements der Regisseure, Kritiken unter: www.cinema-italia.net.
Das Festival Verso Sud, bei dem weitere Filme und eine Retrospektive Daniele Luchettis zu sehen sind, findet vom 1. – 12.12. im Deutschen Filmmuseum statt. Informationen unter. www.deutsches-filminstitut.de.

Der Iran steht im Mittelpunkt der dritten Dezemberwoche. Neben Ali Soozandehs animiertem Film TEHERAN TABU, der von der Situation der Frauen, dem Alltagsleben im Iran und Prostitution erzählt, zeigen wir als weiteren Animationsfilm THE GREEN WAVE von Ali Samadi Ahadi über die Niederschlagung der Oppositionsbewegung im Jahr 2009. Till Schauders Film WENN GOTT SCHLÄFT dokumentiert die Geschichte des iranischen Sängers Shahin Najafi, der gezwungen war aus dem Iran zu fliehen und nun in Deutschland lebt, immer bedroht von der gegen ihn ausgesprochenen Fatwa.
Ergänzend zeigen wir Ali Soozandehs Kurzfilm CONTRAST.

Ein besonderes Programm präsentieren wir über die Weihnachtstage: Den immer noch überwältigenden japanischen Filmklassiker RAN von Akira Kurosawa, der von Shakespeares „King Lear“ inspiriert ist und das Frühsteinzeitdrama DER MANN AUS DEM EIS von Felix Randau mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle.
Der Verein „Aufblende e. V.“ präsentiert ab Dezember eine kleine Retrospektive der Filme von einem der wichtigsten und interessantesten europäischen Filmemacher, dem Griechen Theo Angelopoulos, einer der Lieblingsregisseure des Filmforums seit den 1970er Jahren.
Die Reihe beginnt mit Angelopoulos epischem Meisterwerk O THIASOS – DIE WANDERSCHAUSPIELER, in dem er anhand einer fahrenden Theatergruppe in dreieinhalb Stunden von den Wendungen der neueren griechischen Geschichte erzählt. Berühmt geworden ist der Film auch wegen seiner Kameraführung und der meisterlichen Plansequenz, die uns von einer Epoche in eine andere führt.
„Die Ausgeschlossenen aber, nachdem sie alles ertragen haben, begreifen endlich dass sie alles ertragen können. Wie die Zukunft aussehen soll, wissen sie noch nicht, sie wissen aber, dass die Zukunft ihnen gehört. Sie schließen das aus dem Versagen der moralischen Kraft ihrer Unterdrücker und machen sich beinahe instinktiv daran, eine neue Moral zu schaffen und die Grundsätze, auf die eine neue Welt erbaut werden soll“ (James Baldwin, 1972).
Im Juli 1967 erschüttern bürgerkriegsähnliche Zustände Detroit, als die afroamerikanische Bevölkerung für gleichwertige Bürgerrechte und gegen Diskriminierung kämpfte. Im Zuge der Ereignisse kam es zu unkontrollierter Polizeigewalt.
Vor diesem Hintergrund erzählt die US – amerikanische Regisseurin Kathryn Bigelow in ihrem neuen Film DETROIT von einem lebensbedrohlichen Machtspiel, das mehr und mehr eskaliert.Ergänzend zeigen wir Raoul Pecks Dokumentarfilm über den Schriftsteller James Baldwin I AM NOT YOUR NEGRO und Santiago Alvarez´ fulminanten Kurzfilm NOW aus dem Jahr 1965, der zum Song „Now“ von Lena Horne Szenen der Unterdrückung der afroamerikanischen Bevölkerung montiert.

Wir wünschen unseren Besucher*innen schöne Feiertage und zum neuen Jahr alles Gute und ein spannendes Kinojahr 2018.

Das neue Jahr beginnen wir mit einer Zusammenstellung neuer Filme, die in den letzten Wochen gestartet sind.
In den ersten Januartagen läuft zunächst Kathryn Bigelows DETROIT zusammen mit Santiago Alvarez´ berühmtem Kurzfilm NOW, der die Repression gegen die afroamerikanische Bevölkerung in den USA der 1960er Jahre zum Thema hat.

Auch unter dem Primat der Aktualität haben wir uns bemüht, bei einigen Programmen einen Zusammenhang zwischen den Filmen herzustellen. So bei den Filmen GAUGUIN und LOVING VINCENT, was nahe lag, lebten und arbeiteten Paul Gauguin und Vincent van Gogh doch im Jahr 1888 über neun Wochen in Arles zusammen, was sich menschlich als problematisch, künstlerisch aber als durchaus fruchtbar erwies.
GAUGUIN mit Vincent Cassel in der Titelrolle behandelt die Zeit des Malers in Tahiti, LOVING VINCENT die letzten Wochen Van Goghs, indem der Film die Bilderwelten des Künstlers als Animation von mehr als 65 000 Einzelbildern von Malern aus aller Welt erstehen lässt.

Wie schnell man aus dem „normalen“ Leben gerissen werden kann zeigen zwei neue französische Filme. In Katell  Quillévérés RÉPARER LES VIVANTS – DIE LEBENDEN  REPARIEREN wird ein junger Surfer so schwer verletzt, dass er nur noch durch Maschinen am Leben erhalten werden kann. Zeitgleich wartet eine Frau auf eine lebensrettende Transplantation...
Mehdi Idir und Grand Corps Malade erzählen in PATIENTS  - LIEBER LEBEN von jungen Menschen, die sich - plötzlich an einen Rollstuhl gefesselt - in einem Reha – Zentrum treffen und lernen, mit ihrer Behinderung zu leben und zu lieben.
Der französische Poetry - Slam Künstler Fabien Marsaud legte sich nach einem Schwimmbad - Unfall, der seine Beine lähmte, 1999 den Künstlernamen „Grand Corps Malade – Großer kranker Körper“ zu. Seine Texte sind inzwischen mit musikalischer Begleitung auf zwei CDs erschienen und stiegen schnell an die Spitze der französischen Charts. PATIENTS ist sein erster Kinofilm.
In Rahmen der „Theo Angelopoulos Reihe“ zeigt „Aufblende e.V.“ am Samstag, den 20. Januar den 1973 entstandenen Film MERES TOU 36 - TAGE VON 36, der die Epoche vor O THIASOS, den wir im Dezember zeigten, zum Hintergrund hat.
Claire Denis, die vor langer Zeit Assistentin von Wim Wenders war und inzwischen zu den interessantesten Regisseurinnen Frankreichs gehört, erzählt in ihrem Film UN BEAU SOLEIL INTERIEUR – MEINE SCHÖNE INNERE SONNE von einer Frau (Juliette Binoche) auf der Suche nach der wahren Liebe.
Die letztjährige Berlinale wurde mit Ètienne Comars Film DJANGO über den begnadeten Jazzgitarristen Django Reinhardt mit Reda Kateb in der Hauptrolle eröffnet Der Film war aber nur kurz in unseren Kinos zu sehen. Wie bieten allen, die ihn versäumt haben, in der ersten Januarwoche nun noch eine Gelegenheit, ihn „nachzuholen“.
In der Woche des 27. Januar, des Tags der Befreiung von Auschwitz vor 73 Jahren, zeigen wir  Claus Räfles semidokumentarischen Spielfilm DIE UNSICHTBAREN – WIR WOLLEN LEBEN über verfolgte Juden, die sich mit Hilfe einiger weniger Helfer*innen in Berlin versteckt haben und so für die Nazibehörden „unsichtbar“ wurden.
Fatih Akins neuester Film AUS DEM NICHTS erzählt eine Geschichte, die von den rassistischen Morden des NSU und von dem für die Angehörigen der Opfer fragwürdigen Umgang von Polizei und Justiz mit den Vorfällen inspiriert ist. Die Hauptdarstellerin Diane Krüger erhielt für ihre schauspielerische Leistung im Mai 2017 die Silberne Palme der Filmfestspiele in Cannes.


 
 

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