Filmforum Höchst

Emmerich-Josef-Straße 46a, 65929 Ffm Telefon: 069 212 45 664
Eintritt: 7 € (mit Frankfurt-Pass 3,50 €)
Kinderkino: 3 €
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Aufblende

  
Auch unter dem Primat der Aktualität haben wir uns bemüht, bei einigen Programmen einen Zusammenhang zwischen den Filmen herzustellen. So bei den Filmen GAUGUIN und LOVING VINCENT, was nahe lag, lebten und arbeiteten Paul Gauguin und Vincent van Gogh doch im Jahr 1888 über neun Wochen in Arles zusammen, was sich menschlich als problematisch, künstlerisch aber als durchaus fruchtbar erwies.
GAUGUIN mit Vincent Cassel in der Titelrolle behandelt die Zeit des Malers in Tahiti, LOVING VINCENT die letzten Wochen Van Goghs, indem der Film die Bilderwelten des Künstlers als Animation von mehr als 65 000 Einzelbildern von Malern aus aller Welt erstehen lässt.

Wie schnell man aus dem „normalen“ Leben gerissen werden kann zeigen zwei neue französische Filme. In Katell  Quillévérés RÉPARER LES VIVANTS – DIE LEBENDEN  REPARIEREN wird ein junger Surfer so schwer verletzt, dass er nur noch durch Maschinen am Leben erhalten werden kann. Zeitgleich wartet eine Frau auf eine lebensrettende Transplantation...
Mehdi Idir und Grand Corps Malade erzählen in PATIENTS  - LIEBER LEBEN von jungen Menschen, die sich - plötzlich an einen Rollstuhl gefesselt - in einem Reha – Zentrum treffen und lernen, mit ihrer Behinderung zu leben und zu lieben.
Der französische Poetry - Slam Künstler Fabien Marsaud legte sich nach einem Schwimmbad - Unfall, der seine Beine lähmte, 1999 den Künstlernamen „Grand Corps Malade – Großer kranker Körper“ zu. Seine Texte sind inzwischen mit musikalischer Begleitung auf zwei CDs erschienen und stiegen schnell an die Spitze der französischen Charts. PATIENTS ist sein erster Kinofilm.
In Rahmen der „Theo Angelopoulos Reihe“ zeigt „Aufblende e.V.“ am Samstag, den 20. Januar den 1973 entstandenen Film MERES TOU 36 - TAGE VON 36, der die Epoche vor O THIASOS, den wir im Dezember zeigten, zum Hintergrund hat.
Claire Denis, die vor langer Zeit Assistentin von Wim Wenders war und inzwischen zu den interessantesten Regisseurinnen Frankreichs gehört, erzählt in ihrem Film UN BEAU SOLEIL INTERIEUR – MEINE SCHÖNE INNERE SONNE von einer Frau (Juliette Binoche) auf der Suche nach der wahren Liebe.
Die letztjährige Berlinale wurde mit Ètienne Comars Film DJANGO über den begnadeten Jazzgitarristen Django Reinhardt mit Reda Kateb in der Hauptrolle eröffnet Der Film war aber nur kurz in unseren Kinos zu sehen. Wie bieten allen, die ihn versäumt haben, in der ersten Januarwoche nun noch eine Gelegenheit, ihn „nachzuholen“.
In der Woche des 27. Januar, des Tags der Befreiung von Auschwitz vor 73 Jahren, zeigen wir  Claus Räfles semidokumentarischen Spielfilm DIE UNSICHTBAREN – WIR WOLLEN LEBEN über verfolgte Juden, die sich mit Hilfe einiger weniger Helfer*innen in Berlin versteckt haben und so für die Nazibehörden „unsichtbar“ wurden.
Fatih Akins neuester Film AUS DEM NICHTS erzählt eine Geschichte, die von den rassistischen Morden des NSU und von dem für die Angehörigen der Opfer fragwürdigen Umgang von Polizei und Justiz mit den Vorfällen inspiriert ist. Die Hauptdarstellerin Diane Krüger erhielt für ihre schauspielerische Leistung im Mai 2017 die Silberne Palme der Filmfestspiele in Cannes.

Ab 30. Januar präsentiert „Africa Alive“ wieder Filme, Musik, Literatur und Politik in Frankfurt. Die Filme laufen im Deutschen Filmmuseum und im Filmforum Höchst.
Den musikalischen Auftakt bildet am 30. Januar der junge Singer-Songwriter Tcheka aus den Kapverden im Neuen Theater Höchst.
Zurzeit denken wieder mal alle über Afrika nach. Gemeinsam mit afrikanischen Staaten soll ein verbessertes Investitionsklima geschaffen werden und ein neuer Deal mit Afrika für Wohlstand und Wachstum sorgen, nicht zuletzt für europäische Unternehmen. So gehen wieder die Problemlösungen vom Westen aus. Und die Frage ist, inwieweit die afrikanischen Länder ihre eigenen Bedürfnisse einbringen können. Der senegalesische Wirtschaftswissenschaftler Felwine Sarr, der im Rahmen unseres Festivals an einer Podiumsdiskussion am 3. Februar im Haus am Dom (17.00 – 20.00) teilnehmen wird, geht einen anderen Weg. In seinem viel beachteten und diskutierten Buch „Afrotopia“ weist er auf die Potentiale Afrikas für eine positive Entwicklung hin. „Afrika muss niemanden einholen. Es muss nicht auf Wegen laufen, die von anderen vorgezeichnet sind… Es muss nur auf der Höhe seiner Potentiale sein. Afrika muss die Dekolonisierung zu Ende führen und sich selbst finden.“
Wir wollen im Film- und im Rahmenprogramm Beispiele für die positiven Ansätze und Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen, die aus Afrika selbst kommen, und sowohl im Filmprogramm als auch in einer Podiumsdiskussion und einer Lesung mit Gästen aus Afrika erörtern.
Unser Eröffnungsfilm L´ORAGE AFRICAIN – UN CONTINENT SOUS INFLUENCE thematisiert den Einfluss europäischer Konzerne auf Afrika am Beispiel eines fiktiven Landes, dessen Präsident sich von diesem Einfluss befreien will. Der Regisseur Sylvestre Amoussou wird bei beiden Aufführungen anwesend sein.
Ebenfalls zu Gast sein werden die Regisseurin Ramadou Keita (Niger) mit ihrem Film ZIN´NAARIYA! - THE WEDDING RING und Ousmane William Mbaye mit seinem Dokumentarfilm KEMTIYU über den berühmten senegalesischen Historiker und herausragenden Vertreter des Afro – Zentrismus (Nations nègres et culture - Schwarze Nationen und Kultur) Cheik Anta Diop (1923 – 1986).
Neben neuen Produktionen z. T. alter Bekannter wie Dani Kouyaté (MEDAN VI LEVER – TANT QU´ON VIT), Alain Gomis (FELICITÉ), Dieudo Hamadi (MAMAN COLONELLE) zeigen wir zwei Filme zur Situation der Frauen in Nordafrika: INVESTIGATING PARADISE von Merzak Allouache und den beeindruckenden Film LA BELLE ET LA MEUTE von Kaouther Ben Hania, des Weiteren die europäischen Produktionen DAS KONGO TRIBUNAL von Milo Rau und  DAS GRÜNE GOLD von Joakim Demmer über die gnadenlose Ausbeutung der Agrarressourcen in Äthiopien durch die westliche Agrar- und Lebensmittelindustrie.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Festivals steht eine Werkschau mit Filmen des mauretanischen Regisseurs und Kinopioniers Med Hondo, die in Teilen in beiden Kinos gezeigt wird. Med Hondo zählt neben Ousmane Sembene und Paulin Vieyra zur Gründungsgeneration des afrikanischen Kinos. Nach der ersten Welle der Unabhängigkeit mit Beginn der 60er Jahre stand das damals junge afrikanische Kino vor der Aufgabe, den eigenen (afrikanischen) Raum wieder zurück zu erobern und damit eigene Bilder und eine eigene Identität zu finden. Vor allem der im französischen Exil lebende Med Hondo setzte sich mit dem Exil, dem kolonialen Denken und dem Rassismus auseinander. In seinem formal wie inhaltlich radikalen Debutfilm SOLEIL O zeigte er 1970 die unwürdigen Lebensbedingungen der Afrikaner in Frankreich. In seinen herausragenden Filmen thematisierte er stets die Unterdrückung der afrikanischen Völker durch Sklaverei, Kolonialismus und Neokolonialismus. Im Filmforum werden die Filme SOLEIL O, SARRAOUINA – DER KAMPF DER SCHWARZEN KÖNIGIN und FATIMA, L´ALGÉRIENNE DE DAKAR zu sehen sein.
Africa Alive ist eine Kooperation verschiedener Frankfurter Kultureinrichtungen mit afrikanischen Vereinen aus Frankfurt. Veranstalter sind: Africa Alive Team, Filmforum Höchst der VHS Frankfurt, Deutsches Filminstitut – DIF e.V./Deutsches Filmmuseum, Afrika Foundation e.V., Afroton Kulturprojekte, Dialog International e.V., Medienzentrale der EKHN, Brotfabrik und Neues Theater Höchst. Gefördert wird Africa Alive von der HessenFilm und Medien GmbH. Africa Alive ist Mitglied des Hessischen Filmfestivalverbundes.
Weitere Informationen unter: www.africa-alive-festival.de
Nach dem Festival zeigen wir im Februar „den neuen Woody Allen“ WONDER WHEEL, Fernando Pérez‘ eindringlichen Film ULTIMOS DIAS EN LA HABANA, der von der Spannung zwischen seinen beiden unterschiedlichen Protagonisten lebt, Barbara Alberts neuen Film LICHT, eine beeindruckende filmische Biografie, die fern von jedem Illusionskino ein überzeugendes Porträt einer Zeit entwirft und darüber hinaus einer starken und unabhängigen Künstlerin ein Denkmal setzt und Philippe Liorets LE FILS DE JEAN – DIE KANADISCHE REISE, der komplizierte Familienbeziehungen nach den Regeln eines Thrillers erkundet.
Seit einigen Jahren feiert der philippinische Filmemacher Lav Diaz große Erfolge bei den wichtigen Filmfestivals mit seinen bis zu 8 Stunden langen Filmen. Durch die Länge sind sie aber wiederum kaum in den Kinos zu finden. Wir zeigen seinen grandiosen Gewinnerfilm bei den Filmfestspielen in Venedig 2017 THE WOMAN WHO LEFT über eine Frau, die seit 30 Jahren unschuldig im Gefängnis sitzt.
Zwei neue französische Komödien stehen am Ende des Monats: LE SENS DE LA FÊTE – DAS LEBEN IST EIN FEST des Erfolgsduos Olivier Nakasche und Eric Toledano (ZIEMLICH BESTE FREUNDE) mit einem grandiosen Jean – Pierre Bacri in der Hauptrolle und die äußerst gelungene „Cross-Dressing-Komödie“ CHERCHEZ LA FEMME – VOLL VERSCHLEIERT über die ritualisierte Frauenverschleierung im konservativen Islam der iranischstämmigen Regisseurin Sou Abadi.
Schließlich zeigt der Verein „Aufblende e.V.“ mit O MELISSOKOMOS - DER BIENENZÜCHTER (OMU) am 24. Februar den dritten Film in seiner dem griechischen Regisseur Theo Angelopouls gewidmeten Retrospektive.


 
 

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