Filmforum Höchst

Emmerich-Josef-Straße 46a
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

AUFBLENDE
        
Liebe Freundinnen und Freunde des Filmforum Höchst,

Das Kino kommt wieder!

Wir werden nur 24 Plätze anbieten können, es ist auch im Vorraum des Kino auf einen Abstand von 1, 50 zu achten. Außerdem muss vor und beim Betreten sowie beim Verlassen des Kinos ein Mund- und Nasenschutz getragen werden. Beim Betrachten des Films vom Sitzplatz ist dies allerdings nicht notwendig. Kontaktdaten können schon vor dem Besuch des Kinos ins Formular eingetragen werden. Das PDF Hygienekonzept zum Ausdrucken und Vorausfüllen Ihrer Kontaktdaten finden sie hier!
Bitte beachten Sie: Es findet kein Getränkeverkauf statt.
Getränke können mitgebracht werden!
September
„Dann wurde es finster und der Film läuft. …  Ganz wunderbar ergriff es Franz, als das Kichern um ihn losging. Lauter Menschen, freie Leute amüsieren­ sich, hat ihnen keiner­ was zu sagen. Wunderbar schön, und ich stehe mitten mang“, so beschreibt Alfred Döblin Franz Biberkopfs ersten Kinobesuch nach der Haftentlassung in seinem Roman „Berlin Alexanderplatz“ und verweist auf das zentrale Charakteristikum des Kinos: In einem dunklen Raum sich zufällig mit anderen zusammenfinden und gemeinsam ein Filmerlebnis zu teilen, ein Gefühl der Geborgenheit erfahren, das beim individuellen Filmkonsum auf Bildschirmen nicht entstehen kann.
Das wird oft vergessen beim Jubel über die astronomischen Zuschauerzahlen der gestreamten Filme, bei der Auslagerung von Festivals ins Netz während der Corona Krise.
Dies könnte also das Motto des Kinos nach der Corona Krise sein: Vergesst­ nicht die Faszination, die von einer Kinovorstellung ausgehen kann.
Döblins berühmter Roman BERLIN ALEXANDERPLATZ, ein Monument der literarischen Moderne von 1929, hat neben Franz Biberkopf die Großstadt Berlin zur Hauptdarstellerin.
1931 wurde er zum ersten Mal verfilmt, von Piel Jutzi unter Mitarbeit von Alfred Döblin­ mit Heinrich George in der Hauptrolle, die ihm auf den Leib geschrieben schien.
Wir zeigen den Klassiker am 20. September in Zusammenarbeit mit Aufblende e.V. in der Reihe „Leben und Arbeiten in der Weimarer Republik“ mit einem einführenden Vortrag.   
Zum Ende des Monats läuft dann der „aktuelle“ BERLIN ALEXANDERPLATZ, die dreistündige Verfilmung von Burhan Qurbani mit Welket Bungue, die auf der letzten Berlinale­ ihre Premiere feierte und beim „Deutschen Filmpreis“ u.a. den silbernen Filmpreis als Bester Spielfilm gewann.
Außerdem werden wir einige, wegen der Corona-Krise ausgefallenen Filme, die es unbedingt­ wert sind auf der Leinwand gesehen zu werden, nach­holen:
Ulrike Ottingers wunderbaren essayistischen teilweise autobiogra­phischen Dokumentarfilm­ PARIS CALLIGRAMMES, über die Stadt des Lichts und ihre Kultur Anfang der 1960er Jahre, die nicht nur für die deutsche­ Filmemacherin prägend und anregend war und Christian Petzolds­ UNDINE, eine Neubearbeitung des gleichnamigen­ Märchens im Berlin der Gegenwart mit Paula Beer und Franz Rogowski­.
Oktober
„Und ich glaube, ein digitales Festival – das sind Methadonprogramme. Das kann man vergessen. Das läuft nicht. Ich habe das selber erlebt, wir hatten Zoom – Konferenzen und so etwas. Das macht mich fertig“. (Christian Petzold, Regisseur und Jurymitglied in Venedig 2020, FR vom 2.9.2020)
Genau aus diesen Gründen haben wir und entschieden, das Festival „Cuba im Film“ wie immer im Kino stattfinden zu lassen, allerdings streng nach unserem Hygiene Konzept mit nur 24 verfügbaren Plätzen, aber dafür mehr Vorstellungen der aktuellen cubanischen Filme als üblich. Leider können wir auch keine Gäste einladen, da zurzeit von deutscher Seite keine Visa für Cubaner*innen ausgestellt werden. Wir freuen trotz allem auf die Filme sowie auf unser Publikum und sagen: Willkommen zum 25. Festival „Cuba im Film“
Wir sind stolz und glücklich, in diesem Jahr - trotz pandemiebedingter Verzögerung und in etwas kleinerem Format - unser 25. Festival präsentieren zu können.
1996 stand die Idee, unserem Publikum einen Eindruck vom Leben und der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Cuba durch das Medium Film zu vermitteln im Vordergrund.  Bereits kurz nach der Revolution 1959 war in Cuba ein Kulturgesetz erlassen worden, in den es lapidar hieß: „Film ist Kunst“. In der Folge wurden während der 1960er Jahre neben den Spielfilmen Dokumentar-, Kurz- und Lehrfilme produziert. Seit den 1970er Jahren entstanden zunehmend aufwändigere abendfüllende Spielfilme mit einem sehr eigenen Stil, die zum Teil wichtige internationale Filmkunstpreise gewannen. Einige davon lagen in Europa bei Verleihern oder in Archiven vor. Sie bildeten unsere ersten Festival - Programme, bevor wir Kontakt zur kubanischen Filmszene und dem kubanischen Filminstitut ICAIC aufgebaut hatten. Jedes Jahr sind einige dieser Filmperlen auf unserem Festival wieder zu entdecken.
Der kubanische Alltag ist derzeit von einer sich deutlich verschärfenden Krise geprägt, die Versorgungsengpässe lassen Erinnerungen an die traumatischen 90er Jahre wach werden. Es gibt nun als Gegenmaßnahme ein anspruchsvolles Reformprogramm, das den Betrieben mehr Autonomie zugesteht und den privaten Bauern wie den landwirtschaftlichen Kooperativen unterschiedliche Produktionsanreize bieten soll. Nach der Verfassungsreform steht ferner die Neuorientierung der öffentlichen Verwaltung auf der Agenda, mit dem Ziel der Stärkung einer föderalen gegenüber der bisherigen zentralistischen Struktur.
Trotz der Extrembedingungen gelang es Havanna, die Corona - Pandemie vergleichsweise gut unter Kontrolle zu halten, schon die Installierung eines Frühwarnsystems in Gestalt der aufsuchenden Arbeit von Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die von Tür zu Tür zogen und Befindlichkeiten und Symptome erfragten, war äußerst wirkungsvoll. Unsere Veranstaltung zum kubanischen Gesundheitswesen am 3. Oktober um 15.30 mit Dr. Klaus Piel von der Humanitären Cubahilfe e.V. wird sich eingehender mit dieser Thematik befassen.
Die Filmproduktion und -kultur ist selbstredend durch die pandemische Situation schwer getroffen worden. Andererseits gibt es auch einen Lichtblick: Nachdem seit langen von den Filmschaffenden ein Filmgesetz gefordert worden war (wir hatten bereits im letzten Jahr darauf hingewiesen), gibt es jetzt einen neuen rechtlichen Rahmen, das Dekret 373, das Independent- Produktionen absichert. Während unabhängige Filmemacher und Produzenten bisher in einer Grauzone arbeiten mussten und irgendwie geduldet wurden, können sie nun bei der neu geschaffenen Filmförderung, die beim Filminstitut ICAIC angesiedelt ist, Unterstützung beantragen.
Im Zentrum unseres diesjährigen Jubiläumsfestivals stehen drei aktuelle ICAIC Produktionen und deutsche Erstaufführungen: NIDO DE MANTIS von Arturo Sotto, INOCENCIA von Alejandro Gil und CLUB DE JAZZ von Esteban Insausti, in denen sich das breite stilistische und inhaltliche Spektrum des Filmschaffens in Cuba abbildet. Ferner freuen wir uns, mit INSUMISAS auch den jüngsten Film von Fernando Pérez, des bekanntesten Regisseurs der Insel, präsentieren zu können. Von Arturo Infante haben wir schon mehrere Kurzfilme bei uns vorgestellt und zeigen in diesem Jahr nun seinen ersten mit Science-Fiction Elementen angereicherten Langfilm EL EXTRAORDINARIO VIAJE DE CELESTE MENDOZA, der inzwischen einen deutschen Verleih gefunden hat. Und mit AGOSTO haben wir schließlich ein beim letztjährigen Filmfestival in Havanna als besten Erstlingsfilm ausgezeichnetes Werk von Armando Capó Ramos im Gepäck, eine weitere deutsche Erstaufführung. Ein Wiedersehen mit Klassikern der Filmgeschichte darf in unserem Jubeljahr natürlich nicht fehlen, zumal die Auseinandersetzung mit der cineastischen Tradition auf der Insel von unserem Publikum immer schon wertgeschätzt wurde. Neben den international bekannten Werken wie MEMORIAS DEL SUBDESARROLLO – ERINNERUNGEN AN DIE UNTERENTWICKLUNG von T.G. Alea, LUCIA von Humberto Solás, ALICIA EN EL PUEBLO DE MARAVILLAS - ALICIA AM ORT DER WUNDER von Daniel Diaz Torres und LAS AVENTURAS DE JUAN QUINQUIN von Julio García Espinosa, der sich mehrerer Filmgenres bedient und diese in sehr amüsanter Weise kreuzt steht die Wiederentdeckung des in Vergessenheit geratenen Dokumentarfilmers Nicolas Guillén Landrián auf dem Programm, der stilistisch neue Wege ging.
Leider werden in diesem sehr speziellen Jahr keine Filmemacher oder andere Gäste aus Cuba nach Frankfurt kommen. Ein- und Ausreisen sind derzeit nicht möglich. Die deutsche Botschaft stellt nur in Notfällen noch Visa aus, außerdem gibt es bis auf weiteres keine regulären Flüge. Und aus naheliegenden Gründen müssen wir in diesem Jahr leider, leider auch auf das traditionelle Konzert verzichten.
Das „Cuba im Film“ ist eine Kooperation des 3. Welt Hauses Frankfurt mit dem Filmforum Höchst der VHS Frankfurt und wird gefördert von „HessenFilm und Medien GmbH“.
Der portugiesische Filmemacher Pedro Costa gilt immer noch als Geheimtipp unter den Cineast*innen. Inzwischen hat er jedoch etliche Preise gewonnen, so im letzten Jahr in Locarno, wo er gleich mit zwei Hauptpreisen für seinen neuen Film VITALINA VARELA ausgezeichnet wurde. Costa nimmt sich meist den Komplex der Migration zum Thema, so auch in diesem Film, der eine Geschichte über Migration und Liebe, über verlorene Träume, den Tod und aber auch über Hoffnung im Lissabonner Vorort Fontainhas erzählt, durch seine Schönheit ein cineastisches Highlight, das in diesen für das Kino schwierigen Zeiten die Magie von Filmen auf der Kinoleinwand demonstriert.  
Eine Geschichte von Migration, diesmal von China nach Finnland, erzählt auch der finnische Regisseur Mika Kaurismäki (nein nicht Aki, sondern der Bruder) in seinem Film MASTER CHENG IN POHJANJOKi getragen von einer sehr positiven Grundstimmung – ein Feelgood Movie in schweren Zeiten.
Mit Marco Bellocchios Film IL TRADITORE - ALS KRONZEUGE GEGEN DIE COSA NOSTRA tauchen wir in die Welt der „Cosa Nostra“ ein und weisen zugleich auf unser Festival „Cinema Italia“ hin, das im Dezember stattfinden wird.
Schließlich präsentieren wir in diesem Monat den Debutfilm VENTAJAS DE VIAJAR EN TREN – DIE OBSKUREN GESCHICHTEN EINES ZUGREISENDEN von Aritz Moreno, eine surrealistische, schwarze Komödie mit Anklängen an das Werk von Luis Bunuel.
In die haitianische Kultur und Religion führt uns der französische Filmemacher Bertrand Bonello (HAUS DER SÜNDE -  L'APOLLONIDE) mit seinem Film ZOMBI CHILD, der zwei Parallelgeschichten erzählt, in Haiti und in einem Mädcheninternat in Frankreich. Hierzu zeigen wir den Kurzfilm FÜNFMINUTENFRATZEN von Gary Vanisian, der assoziativ den Voodoo Kult erkundet.




Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü